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Pardon My French, Chéri – Info (PDF)
Cover als hochauflösendes JPG
Cover als druckfähiges TIF
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ER FRANCE aus Düsseldorf / Lyon haben gerade ihr neues, drittes Album in den Recorder gerockt. Was die Eject-Taste dann wieder ausspuckt, könnte man Understatement-Pop nennen. Denn den eleganten Songs ist nichts mehr zuwider als künstlich aufgeblasen zu werden. Stimmige Sounds balancieren auf dem schmalen Grat zwischen eingängigem Popsong und jugendbewegtem Aufbegehren. Französisch als Muttersprache von Sängerin Isabelle lockt auf PARDON MY FRENCH, CHÉRI! an exclusiven Stellen. Sprachvorfahrt erhält auf dem neuen Werk aber die Popsprache Englisch. Denn die frischen Songs verstehen sich als Hommage an die Insel, inszeniert in sublimer Indie-Schlichtheit.

Auch der Hamburger Kultregisseur und Freizeit-DJ FATIH AKIN hat seinen Lieblingssong auf PARDON MY FRENCH, CHÉRI! gefunden: für seine preisgekrönte Komödie SOUL KITCHEN wählte er das kratzige Punkriff von SING SONG GIRL. Nicht nur für ER FRANCE ist der Streifen schlicht der Film des Jahres. AKINS Interpretation des Heimatfilms startet am 25. Dezember in Deutschland, das Ausland muss bis Mai 2010 warten. Der dazugehörige Soundtrack mit ER FRANCE erscheint bei UNIVERSAL (VÖ 18.12.09).

ER FRANCE zeigen schon mit ihrem Albumtitel PARDON MY FRENCH, CHÉRI! (dt: „Entschuldige, dass ich dich so übel beschimpft habe, mein Schatz!“) und dem dazugehörigen Artwork ihre musikalischen Assoziationen auf: ER FRANCE sind stilvoll rotzig, schrecken auch vor Entführung (also musikalischen Zitaten) und derben Schlägen (also Hits) nicht zurück. Und das alles im Swinging-Sixties-Style, wobei der Sound klar macht: ER FRANCE passieren im Hier und Jetzt. Sängerin Isabelle Frommer hat schwebende Melodien erschaffen, die ständig neue Nuancen entwickeln.

Gitarrist und Songschreiber André Tebbe läßt seine Gitarren aufkreischen, wo ihn der Gitarrengott reitet, kommt aber meistens mit dem aus, was auch den Beatles oft genügte: eine Epiphone Casino, gepaart mit einem Vox AC30. Für das ehemalige Duo ER FRANCE ist PARDON MY FRENCH, CHÉRI! eine neue, wundervolle Experience: es ist das erste richtige Bandalbum! Denn aus dem Duo ist nun eine vierköpfige Einheit gewachsen: Am Bass wummert Daniel Decker (lolila / Ex-Pawnshop Orchestra). Janosch Brenneisen hatte gleich doppelt zu tun: er sitzt an den Drums und trägt die Verantwortung am Mischpult. Damit war die gesamte Produktion in der Hand der Band. Mehr independent geht nicht.

Im Zentrum von PARDON MY FRENCH, CHÉRI! stehen natürlich die 13 Songs: mal ergänzt ein lässiger Bläsersatz den Soulcharakter (TWO TO TANGO), mal gibt ein pernodbeseelter Kneipenchor den potenziellen Umtrunk-Hit zum Besten (IN THE CHEAPO BAR). Ein zartes Glockenspiel gibt den rotzigen Gitarren contra.

Die erste Radio-Single THIS IS NOT A TEST verbeugt sich vor Rock’n’Roll-Übervater Chuck Berry. Auch das würzige Bassriff gibt an, welche Styles ER FRANCE in die Wiege gelegt wurden: ein frisches Sixties-Remake für den Dancefloor, and the beat goes on…

I HATE THAT PART kombiniert ein hymnisches Gitarrenriff mit beatlesesken Melodiebögen. Der anmutige Chor zum Ende des Songs verleiht Flügel. So darf auch zum mitreißenden Drumbeat verklärt von der Liebe geflüstert werden. DANSE AVEC MOI schafft im 6/8 Takt eine Stimmung, die den Hörer mitnimmt in die schummrigen Tanzhallen Ende der 50er Jahre. Verbotene Blicke sagen der Keuschheit adieu. Das Statement zu SING SONG GIRL ist kurz wie eindeutig: „Dies ist nur ein Punk-Rock-Song“. Für alle ER FRANCE-Fans ist der MAN IN BLACK ein alter Bekannter. Denn der Song ist ein Re-Recording von ihrem 2007er Album EX SAINT. Jetzt mit knarzigem Synth Bass und stampfenden Drums, die kein Stopp dulden.

Das Albumfinish weiß noch einmal mächtig zu überraschen. Denn bei dem deutsch-französischen Duett MIT NAMEN UND MIT BILDERN huldigen Isabelle und André so bizarren 80er Jahre-Konstellationen wie Stefan Waggershausen mit Alice, Udo Lindenberg mit Helen Schneider oder
Serge Gainsbourg mit Catherine Deneuve. Der Song ist umfassend: eine Ode an die Liebe, ein Schwanengesang, ein Hit! Und er ist ein Geschenk an die Fans. Denn die Band bietet den Song als kostenlosen Download an.

Für ER FRANCE war der lockere, luftige Live-Charakter des Albums entscheidend. Daher wurden die Songbasics gemeinsam als Band eingespielt. Michael Schwabe hat beim Mastern im Monoposto Studio dem ER FRANCE-Sound seine natürliche, lebendige Dynamik gelassen. Was erwähnenswert ist, da die meisten Produktionen mittlerweile genau darauf verzichten.

Vive ER FRANCE! (Michael Wenzel)

Ex Saint – Info zum Album von 2007 (PDF)

ER FRANCE aus Düsseldorf / Lyon haben gerade ihr neues, drittes Album in den Recorder gerockt. Was die
Eject-Taste dann wieder ausspuckt, könnte man Understatement-Pop nennen. Denn den eleganten
Songs ist nichts mehr zuwider als künstlich aufgeblasen zu werden. Stimmige Sounds balancieren auf dem schmalen Grat zwischen eingängigem Popsong
und jugendbewegtem Aufbegehren. Französisch als Muttersprache von Sängerin Isabelle lockt auf
PARDON MY FRENCH, CHÉRI! an exclusiven Stellen. Sprachvorfahrt erhält auf dem neuen Werk
aber die Popsprache Englisch. Denn die frischen Songs verstehen sich als Hommage an die Insel,
inszeniert in sublimer Indie-Schlichtheit.